Wie schafft ihr es im Gottesdienst dem Predigtthema zu folgen und geistlich aufgebaut und gestärkt zu werden?
Mit dieser Frage habe ich ein paar Probleme:
Ein Gottesdienst ist eine ritualisierte Form, Gott einen Dienst zu erweisen.
Auch wenn Ritus und Liturgie irgendwann festgelegt worden sind (auch bei Freikrichen!), sind diese Traditionen als neutral zu bewerten, solange sie nur die Ausführung, und nicht die Motivation der Teilnahme führen.
Ein heutiger Gottesdienst ist somit mehr als nur eine Versammlung der Gläubigen, welche bereits eine Attraktivität für die Welt besitzten sollte.
Insofern ist jede öffentliche Gottesdienst-Veranstaltung eine Missionsveranstaltung.
"Der Glaube kommt aus der Predigt/Verkündigung" (Römer 10, 17)
ist wohl einer der am häufigsten aus dem Kontext gerissenen Sätze der Bibel. In den Versen davor und danach geht es ganz klar um das verkündigen des Evangeliums in aller Welt, das Verkündigen der guten Nachricht, die für alle Nichtchristen eine Neuigkeit ist. (Spätestens dann, wenn sie mit dem Herzen verstanden wird)
Predigt - folgt man ein wenig den Wurzeln dieses Wortes kommt man wiederum auf die Verkündigung von Neuigkeiten wie durch einen Herold und auch auf das Ausrufen des Reiches Gottes, so wie auch z.B. eine Republik ausgerufen wird. Auch "Vorhersagen" schwingt mit
Sonntägliches Auftanken ist somit nicht Sinn und Zweck einer Predigt, und schon gar nicht eines Gottesdienstes.
Wie kann dieser Effekt dann als Sekundäre Erscheinung auftreten?
3 Erklärungversuche: 2 positive, einer negativ:
1.Gemeinschaft mit Gott ist Teil des ursprünglichen Sinns des Menschen. Essen und Trinken fühlt sich gut an, weil es Bedürfnisse stillt. Gemeinschaft mit Gott ist auch ein Bedürfniss (Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern...) Wir essen aber nicht nur am Sonntag morgen.
(1Thes 5, 17: Betet ohne Unterlass!)
2.Gott hat einen Plan für jeden von uns. Den Garten zu bebauen und bewahren war Teil der ursprünglichen Aufgabe. Die Aufgabe ist gewachsen und nicht mehr rein agrarökonomisch. Wer Gottes Plan für sein Leben verfolgt bekommt von Gott die Kraft diesen Weg zu gehen - für uns müde und kraftlose Menschen bedeutet das, aufgebaut und gestärkt zu werden. Wer also im Gottesdienst eine von Gott beauftragte Arbeit tut, bekommt von Ihm auch die Kraft dazu, spätestens im Gottesdienst.
3.Nun die negative Erklärung:
Viele kennen den typischen Konferenz-Hype.
Während einem tollen Event mit weltbekanntem Gastprediger haben 2000 Menschen das Gefühl, der zu sein der am lautesten "Amen" und "Halleluja" schreit - um am draufolgenden Werktag auf einen absoluten Tiefstand abzusacken. Interressanterweise auch bei Events mit genau diesem Thema.
Es heisst: "An den Früchten werdet ihr sie erkennen" Bei schlechten und guten Früchten ist die Sachlage klar, bei ausbleibender Frucht trotz hoher Erwartung möchte ich das Wort "Verblendung" ins Spiel bringen.
Vor allem wenn Regelmäßigkeit und wiederkehrende Muster auffallen muss einfach auch an Aktivitäten des Widersachers gedacht werden.
Eine andere Situation, aber gleiche Ursache ist ein Christliches "Kuschelklima" in "Wellness-Gemeinden". Wenn ganze Versammlungen in einer konsumierenden Passivität gefangen sind, wirkt die freisetzende Kraft Gottes offensichtlich nicht in dieser Gemeinde.
Für alle die bis hier durchgehalten haben: Dies soll bitte bitte nicht verurteilend oder dogmatisch verstanden werden, sondern als Thesen, die hiermit zum Beschuss und zur Belastungsprüfung freigegeben werden.